Generalisierte Angststörung
Wenn die Katastrophen kein Ende nehmen
a) Was ist eine generalisierte Angststörung?
Jeder von uns hatte schonmal in seinem leben Angst. Dies hat auch eine wichtige Schutzfunktion, denn sie versetzt unseren Körper in Alarmbereitschaft, sodass er bei Gefahr schnell reagieren kann. Wenn diese Angstsymptomatik jedoch an der Mehrzahl der Tage über 6 Monate hinweg alles überschattet, hat sich möglicherweise eine Generalisierte Angststörung entwickelt.
Betroffene machen sich über viele verschiedene Lebensbereiche intensive Gedanken. Oft betreffen sie die eigene Gesundheit, die Familie, finanzielle Angelegenheiten mögliche zukünftige Probleme.
Viele Menschen mit einer generalisierten Angststörung berichten, dass ihr Kopf „nie abschaltet“, auch wenn aktuelle kein konkretes Problem besteht.
b) Wie äußert sich eine Generalisierte Angststörung?
Typisch sind andauernde, wirklichkeitsferne Befürchtungen, die sich auf verschiedene Bereiche des Lebens beziehen. Die ständigen Befürchtung schränken das täglichen Leben massiv ein. Betroffene denken beispielsweise: „Was ist, wenn meinem Partner etwas passiert?“, „Was, wenn ich meinen Job verliere?“ oder „Was ist, wenn ich schlimm krank werde?“.
Neben gedanklichen Sorgen treten häufig körperliche Beschwerden auf, wie:
- Muskelverspannung
- Motorische Unruhe
- Überaktivität
- Erleben von Nervosität
- Reizbarkeit
- Konzentrations- und Schlafstörungen
Die Symptome führen zu einem bedeutsamen Leidensdruck und einer erheblichen Beeinträchtigung wichtiger Funktionsbereiche (Alltag, beruf, Beziehung, Freizeit).
c) Wie entsteht eine Generalisierte Angststörung?
Die Entstehung einer Generalisierten Angststörung lässt sich meist nicht auf einzelne Ursachen zurückführen. Vermutlich spielen sowohl biologische, psychologische und soziale Faktoren eine Rolle.
Manche Betroffene haben in Ihrer Vergangenheit ein schweres Trauma durchlebt oder stark belastende Erfahrungen gemacht. Bei einigen Patienten kann auch eine Lebenskrise oder stark stressige Lebensereignisse Ängste hervorrufen, die sich dann zu einer generalisierten Angststörung entwickeln. Es gibt auch Hinweise, dass das Risko zu erkranken höher ist, wenn nahestehende Personen bereits bettoffen sind.
d) Wie behandelt man eine generalisierte Angststörung?
Die Behandlung einer Angststörung erfolgt individuell und orientiert sich an ihrer persönlichen Lebenssituation. Gemeinsam betrachten wir nicht nur die Sorge selbst, sondern auch die Lebensumstände, Erfahrungen und Belastungen, die zu ihrer Entstehung und Aufrechterhaltung beitragen könne. Je nach individueller Situation ist die Konfrontation (Exposition) mit den angstauslösenden Situationen / Gedanken unter fachlicher Anleitung sinnvoll. Ergänzend können Entspannungsverfahren sowie Atemübungen helfen, körperliche Anspannung zu reduzieren und mehr innere Ruhe zu erleben. In einigen Fällen kann eine kombinierte medikamentöse Behandlung nach Absprache mit einem/ einer Psychiater*in sinnvoll sein.
Das Ziel der Therapie ist es, einen Umgang mit den Sorgen und Befürchtungen zu finden und durch erlernte Strategien in belastenden Situationen handlungsfähig zu bleiben.