Depression

Depression

ein unsichtbarer Kampf in den Schatten der Psyche

1. Depression

a) Was ist eine Depressionen?

Jeder hat schonmal Phasen von Traurigkeit, Erschöpfung oder Niedergeschlagenheit erlebt. Wenn diese Gefühle jedoch weit über eine vorübergehende Belastungsreaktion hinausgehen und das tägliche Leben für einen längeren Zeitraum beeinträchtigen, sprechen wir von einer Depression

Betroffene berichten von einer tiefen inneren Leere und einerUnfähigkeit eigene Gefühle wahrzunehmen. Eine Depression kann dazu führen, dass Hobbys, der Beruf, Freizeitaktivitäten oder Zeit mit nahestehenden Personen keine Freude mehr bereitet. Selbst alltägliche Aufgaben, wie das Zähne putzen können zunehmend schwerfallen.

Eine Depression ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung und kein Zeichen von Schwäche oder mangelnder Willenskraft!

b) Woran erkenne ich eine Depressionen?

Eine Depression kann sich sehr unterschiedlich äußern. Häufig treten mehrere der folgenden Symptomen auf:

- Antriebslosigkeit und Erschöpfung

- Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit

- Vermindertes Selbstwertgefühl

- Gefühle von Schuld und Wertlosigkeit

- Schlafstörungen

- Grübeln und belastende Gedankenspiralen

- Veränderter Appetit

- Psychomotorische Unruhe oder Verlangsamung

- Körperliche Beschwerden wie Kopf- oderRückenschmerzen, Verdauungsprobleme, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Tinnitus

Viele Betroffene empfinden ihre Situation als aussichtslos und nicht mehr lebenswert. In schweren Fällen können Gedanken auftreten, nicht mehr leben zu wollen. Solche Gedanken sollten immer ernst genommen werden und professionelle Unterstützung erhalten!

Wenn mehrere der aufgezählten Symptome (mind. 5) über mindestens 2 Wochen bestehen, kann dies auf eine depressive Erkrankung hinweisen.

c) Welche Formen von Depressionen gibt es?

Depressiv ist nicht gleich Depressiv - eine Depression kann unterschiedlich verlaufen.

Unipolare Depression

= einzelne depressive Episode (leichte, mittelgradige oder schwere Episode)

Rezidivierende Depression

= wiederkehrende depressive Störung, zwischen den Episoden können beschwerdefreie Zeiten liegen

Dysthymie

= depressive Stimmung über mind. 2 Jahre

Bipolare Affektive Störung

= neben einer depressiven Episode kommt es auch zu manischen Episoden. Diese sind gekennzeichnet durch gehobener Stimmung, Ruhelosigkeit, fehlendem Schlafbedürfnis, erhöhter Risikobereitschaft und starkem Tatendrang einher

Saisonale Depression („Winterdepression“)

= tritt typischerweise im Herbst/Winter auf, wenn Tage dunkler und kälter werden

 

d) Wie entsteht eine Depression?

Es gibt nicht die „eine“ Ursache. Der aktuelle Stand der Wissenschaft geht von einem multifaktoriellen Entstehungsmodell aus, d.h. Depressionen entstehen aus einem Zusammenspiel biologischer, psychischer und sozialer Faktoren.

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren sind:

- Genetische Veranlagung (Risiko ist erhöht, wenn nahe Verwandte betroffen sind)

- Neurobiologische Faktoren (Bei Betroffenen lässt sich ein Ungleichgewicht bestimmter Neurotransmitter (insb. Serotonin und Noradrenalin) sowie bestimmter Hormone nachweisen

- Psychosoziale Faktoren und Lebensgeschichte (Bspw. Verlust, Trennung, Mobbing, schwere körperliche Erkrankung, langanhaltender Stress als Auslöser)

- Traumatische Erfahrungen in der Kindheit (Vernachlässigung, Missbrauch oder Gewalt erhöht das Risiko für psychische Erkrankungen im Erwachsenenalter)

- Persönlichkeitsfaktoren und Denkmuster (Bspw. Instabiles Selbstwertgefühl, Perfektionismus, Neigung zum negativen Denken)

- Mangel an sozialer Unterstützung (Menschen, die sich einsam und isoliert fühlen, haben einer erhöhtes Risiko eine Depression zu entwickeln)

 

e) Depression ist behandelbar!

Auch wenn sich eine Depression häufig hoffnungslos anfühlt, ist die Erkrankung in den meisten Fällen gut behandelbar

In regelmäßigen Gesprächen lernen die Betroffenen ihre individuellen Ursachen und aufrechterhaltenen Faktoren zu verstehen und bearbeiten. Hier ist die Umstrukturierung negativer Denkmuster und Verhaltensweisen ein zentraler Baustein. Ziel der Therapie ist es, Ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, um künftig selbstständig Krisen zu bewältigen. So können Lebensqualität, Wohlbefinden und Selbstvertrauen Schritt für Schritt zurückzugewonnen werden.

Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen.

 

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